Vox Serie: "Die Pferdeprofis" (Sa.. 19.10 Uhr)

Erfuhr ich vor einigen Wochen von einem Freund (mit Vogelhäuschen), dass Samstag Abend diese Serie läuft. Echt spannend, meinte er, und man würde auch als Fachfremder ja soviel lernen. Nun, das gilt wohl nicht nur für die Zapper, sondern auch für die Heerscharen der reinen Freizeit- wie ambitionierten Dorfturnierreiter. Auch mancher Tierarzt dürfte dazu gehören.. aber das ist ein anderes Thema. 

Nun wollte ich mich eigentlich zu dieser Serie nicht äussern, weil so eine Berichterstattung zweifelhaft ist, wie auch der Umgang mit den Tieren sehr different - aus sicherer Entfernung kann man immer gut seinen Senf dazu geben. Selbst wenn ich manchmal denke, dass nicht nur viele Besitzer, sondern auch so mancher selbst ernannter Ausbilder sein Hirn vorm Aussteigen ins Handschuhfach legt. Aber die Folge gestern toppte doch die vorhergehenden. Wichtig schien vor allem die häufige Zeitlupenwiederholung des bockenden Tickers.

Glaubhaft ahnungslos geben sich in der Serie die ganzen Mütter, Jugendlichen, ZüchterInnen und andere PferdebesitzerInnen (Schwarz oder rot Haarfärbe scheint der neue Trend bei den Freizeitreiterinnen zu sein, so waren sie sogleich auszumachen).

Ob nun die Sandra Wer? oder Bernd Hackl (der mir als Vertreterin der Westernreitzunft schon vor der Serie ein Begriff war): RTL hat die als Massentauglich verwertbare Tierpsychologie so auf das vermeintlich bescheidene geistige Niveau seiner Zuschauer angepasst, dass nicht nur der arme Tinker "Andy" wild mit den Augen rollte, sondern auch ich. 

Der überaus fachmännische Zusammenschnitt seitens des Privatsenders tat noch sein übriges, dass die Trainer sich nicht gerade als fähige Lehrmeister zeigen konnten.

Verstehe mich keiner falsch: der Umgang mit jedem Lebewesen bedeutet (oder sollte es) ein Leben lang zu lernen. Lernen bedeutet aber nicht: konsumieren. Es bedeutet auch, dass man irgendwann mal kombinieren und ausprobieren kann. Also mal selbst das Hirn anstrengt, sich fragt Wieso? Warum? Lösungswege? 

Auch als nicht ausgelobte Koryphäe fragt man sich irgendwann bang, warum es eigentlich keinen Führerschein für Pferdebesitzer gibt. …. Ok, der für die Autofahrer befähigt auch nicht wirklich, am Strassenverkehr teilzunehmen (aber das ist wieder eine andere Geschichte).. 

Trainer verdienen ihr Geld im besten Fall damit, ein junges Pferd adäquat und sicher (für alle Beteiligten) auszubilden, im schlimmsten Fall jedoch erhalten sie ein zutiefst verstörtes Tier, dem man mühsam und nicht ungefährdet beibringen muss, dass der Mensch nicht so bescheuert ist, wie es dies im Umgang kennengelernt hat. Und er muss damit klar kommen, dass er sein Geld weiterhin damit verdient, dass der Besitzer das Pferd zurückbekommt. Und häufig kein bisschen dazugelernt hat. 

Manchmal sieht er auch Pferd und Besitzer nicht wieder. Das sind die sogenannten "Guru-Hopper" - aber das ist eine weitere Story.. 

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Hinweis:

Inspiration ist alles. Daher sind manche Protagonisten auch nicht erfunden.  Deren Namen, soweit mir bekannt, sind aber selbstverständlich "modifiziert", denn viele möchten ihr Leben nicht öffentlich ausgebreitet wissen und würden mir den Kragen abdrehen.. wofür ich vollstes Verständnis habe. 

Der eine oder andere geneigte Betrachter meint nun vielleicht, ich schreibe nur über mir nahe, reale Personen. Nun, ich wäre wohl nicht gescheit, würde ich dem zustimmen. Steht nicht unter allem und jedem (und sicherlich bestens juristisch beraten) "..Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen oder Gegebenheiten sind rein zufällig.." ?

(.. bei Milliarden Menschen ...)

So weit, so gut.. dazu ein gerüttelt Mass an blühender Phantasie, eine natürlich gewachsene grosse Klappe und die Neigung, diese viel zu selten fest geschlossen zu halten. Weiterhin eine freche Dosis schriftstellerischer Freiheit - so kann, wenn die Gedanken in die Tastatur gehauen wurden, Ähnlichkeiten mit, äh, lebenden und anderen Personen natürlich wirklich nur rein zufällig sein.

 

Ehrlich.